Statements und Impressionen


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Statements an die Teilnehmer

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Prof. Dr. Dietrich Erben

Technische Universität München

Fakultät für Architektur, Lehrstuhl für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design

Referent des Symposiums



©TUM Lehrstuhl Theorie und Geschichte, Isabel Mühlhaus

Thema Studentenwettbewerb. Was wird die größte Herausforderung für die Studenten sein?

Prof. Dr. Dietrich Erben: 
Konkrete Antworten in ihren Entwürfen zu finden, mit dieser Herausforderung hat jede Architektur zu tun. Hier sehe ich vor allem drei Aspekte. Das Baufeld ist von sehr unterschiedlichen, in sich komplexen und selbstbewussten Umgebungsbauten geprägt, diese sind auch programmatisch zu denken. Das heißt, man sollte sich zweitens im Projekt auch auf deren Sinn- und Botschaftsebene im Hinblick auf die dort beherbergten Institutionen einlassen. Was verstehe ich unter der Institution des Architekturmuseums innerhalb der unterschiedlichen Institutionen des Kunstareals und wie positioniere ich mich da gesellschaftlich? Und drittens ist der Kontext innerhalb der gesamten Maxvorstadt maßgeblich durch die landschaftlichen Freiräume geprägt, mit denen man sich auseinanderzusetzen hat. Die Architektur kann hier, in der bis heute gut erkennbaren Gartenvorstadt, nicht an den Außenmauern aufhören. Für solche Außenbeziehungen der Architektur, seien sie historisch, gesellschaftlich-institutionell oder ästhetisch, möchte ich als Kunsthistoriker auch den Blick zu öffnen. Aber Vorsicht: Gesellschaftsfragen werden nicht über die Architektur entschieden, Architektur modelliert diese nur.

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Alexander Braun M.Sc.

Technische Universität München

Lehrstuhl für Computergestützte Modellierung und Simulation, Prof. Dr.-Ing. André Borrmann

 

 

Zum Thema BIM

„Zum ersten Mal ist an den Xella Studentenwettbewerb 2018 ein zusätzlicher BIM Award angeschlossen. Als Lehrstuhl für Computergestützte Modellierung und Simulation erhoffen wir uns eine starke Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Thema Digitalisierung / BIM. Denn wir merken, dass das Thema in der Lehre noch viel Potenzial hat, es hat noch nicht so viel Fahrt aufgenommen, wie es eigentlich müsste.

– Stichwort Masterplan Bauen 4.0 bei dem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bis 2020 alle Infrastrukturprojekte auf Basis der Planungsmethode BIM umsetzen will. Auch bei Hochbauprojekten setzt das Bundesbauministerium auf BIM, ab 2020 sollen alle zivilen Neu, Um- und Erweiterungsbauvorhaben mit einem geschätzten Baukostenvolumen ab 5 Millionen Euro digital Planen und Bauen. –

Schon allein deswegen müssen sich die Studierende als zukünftige Planer damit auseinandersetzen. Wir erwarten zum einen die digitale Darstellung anspruchsvoller Projekte, zum anderen auch eine Lernkurve bei den Teilnehmern.

Denn nur wenn die Planer kommunizieren, wirklich gemeinsam an den Projekten arbeiten, indem sie die Common Data Environments, wie sie in den Projekten vorgeschrieben sind, nutzen und im Modell und im Team das Projekt weiterentwickeln, zeigen sich die Potenziale von BIM – zugunsten eines qualitätsvollen Bauwerks.“

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Markus Heße,

Head of International Product Management 

Xella Baustoffe GmbH

 

 



Zum Thema Aufgabenstellung

„Der Xella Studentenwettbewerb jährt sich dieses Jahr zum 30. Mal. Das Interessante daran ist, dass der erste Wettbewerb vor 30 Jahren kosten- und flächensparendes Bauen war, was auch heute noch ein virulentes Thema ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Spezifika der Themen sich nicht verändert haben, auch Museumsbauten sind immer wieder auf der Tagesordnung. Was sich jedoch verändert hat ist die Bearbeitungsqualität, auch die Zahl der Teilnehmer wurde immer größer. Diese positive Entwicklung spiegelt die gute Zusammenarbeit von Hochschulen und dem Unternehmen wider.“

Thema Digitalisierung

„Die Berufswelt ist der akademischen Welt voraus. Das liegt am Zwang in der realen Welt, effizient mit Material und Kosten zu operieren. Aber auch an der Erfahrung, die man mit dem Einsatz der digitalen Tools macht. Die akademische Welt legt die notwendigen Grundlagen und mit der Realität kommen Schnelligkeit, Effizienz und neue Arbeitsweisen.“

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Prof. Dr. phil. Andres Lepik

Technische Universität München

Fakultät für Architektur, Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis

Referent des Symposiums

© Fotografin: Laura Trumpp

Thema Aufgabenstellung

„Als Direktor des Architekturmuseums in der Pinakothek der Moderne in München bin ich mir der ungewöhnlichen Aufgabe des Xella Studentenwettbewerbs bewusst. Die größte Herausforderung für die Studierenden wird die räumlich schwierige, städtebaulich undefinierte Situation zwischen dem Bestand und der Südseite der Gabelsberger Straße sein. Aber die Aufgabe ist großartig, denn das Forum für Architektur wird innerhalb des Kunstareals an diesem historischen Ort eine Schlüsselposition haben und zugleich eine programmatische Erweiterung für die Zukunft schaffen.

Das Architekturmuseum München ist gedacht als eine neue Institution in einem neuen Haus, in dem an erster Stelle die Geschichte der Architektur und ihre Bedeutung für die Gesellschaft präsentiert und vermittelt wird. Das ist auch der größte Auftrag an uns selbst: wie können wir die Menschen erreichen – unabhängig von Interessenkreisen, Schichten, Sprache und Generationen? Die Wahl der Mittel ist vielfältig. Versteht man die kulturelle Bedingung der Gebäude und woraus sie entstehen, beantwortet sich auch die Frage, was die Gesellschaft braucht. Architektur ist ein geeignetes Mittel zur Kommunikation.“

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Prof. Almut Grüntuch-Ernst

Technische Universität Braunschweig

Institut für Entwerfen und Gebäudelehre

 

 

Thema Aufgabenstellung

„Es ist eine sehr spannende Geschichte, sich im Architekturstudium mit Fragen zur Rolle der Architektur in der Gesellschaft an so einem prägnanten Ort zu beschäftigen und jenseits der eigenen kleinen Gruppe an der Universität zu schauen, wie andere an das Thema herangehen. Dieser Rücklauf, das Feedback aus den Ergebnissen ist unheimlich wertvoll.“

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Andreas Müsseler

Meili Peter Architekten München

Referent des Symposiums

 


© Fotograf: Michael Heinrich

Thema Digitalisierung

„Bei unseren Kollegen im Ausland ist es bereits üblich dem Auftraggeber eine 3D-Brille zu schicken, mit der man gemeinsam virtuell durchs Gebäude gehen kann. Dieser Idee wohnt doch ein unfassbares Potenzial inne. In Deutschland wird die innovative Technologie aktuell hauptsächlich mit der Möglichkeit Schnittstellenkollisionen aufzudecken gleichgesetzt. Die Frage ist doch wie sehr wir uns im Raum breit machen, oder wie sehr wir uns bestimmen lassen von Dingen die andere Leute vorgeben. Wir plädieren dafür sich im Raum bemerkbar zu machen...“

Allgemeine Statements zum Berufsbild des Architekten

„Stand der Dinge ist, dass im Moment unsere Praxisfelder umgepflügt werden und die Frage nach der Identität des Berufes aufwerfen.“ Zitat aus den 7 Thesen zum Stand der Dinge von Marcel Meili

„Den von den Architekten und Medien beklagten Identitätsverlust des Berufes sehen wir nicht als Risiko, sondern als Chance. Jede Architektengeneration ist für sich selbst gefordert, sich in den Nischen die die Umwälzungen eröffnen so zu positionieren, dass die Gesellschaft das was wir tun als relevant wahrnimmt. Das Momentum der leichten Wahrnehmungsverschiebung, ein Stück weit zurücktreten, sich selbst nicht zu ernst nehmen, daraus entsteht etwas Neues. Zumindest liegt unsere Motivation darin, den Zauber, der dem Leben innewohnt zu entdecken und für uns nutzbar zu machen.“

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Lisa Yamaguchi

Meili Peter Architekten München

Referentin des Symposiums

 

Thema Digitalisierung

„Thema Digitalisierung. Wir müssen es in die Hand nehmen, diese neuen Medien so zu entwickeln, dass sie für uns immense Vorteile bringen, anstatt die Digitalisierung und im speziellen BIM nur zu verteufeln und als technisches Werkzeug abzutun. Auch gerade in der Frage des Ausstellens –wären (digitale) Modelle eine neue spannenede Möglichkeit Raum erlebbar zu machen.

Als Architekturbüro stecken wir hier noch in den Kinderschuhen, aber wir wundern uns, dass dieses Zukunftsthema unter den Studierenden so wenig präsent ist...“

Allgemeine Statements zum Berufsbild des Architekten

„Entdeckt die Chancen der Architektur und nutzt diese. Die Architekten sind diejenigen, die die Verantwortung für die gebaute Umwelt im Wesentlichen mittragen. Die ist vielen Angriffen ausgesetzt, aber der/die Architekt/in formt und prägt auch unter schwierigen Umständen das Bild. Schon der Diskurs um die Fragestellungen ist bereichernd, egal ob man einen Wettbewerb gewinnt oder nicht. Es macht Spaß sich frei zu machen, über die Aufgabe hinaus zu denken und nicht nur der Bestellungserfüller zu sein.“

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Prof. Gesine Weinmiller

HafenCity Universität Hamburg

Entwerfen und Gebäudelehre

 

 



Thema Aufgabenstellung

„Die Hafencity Universität hat schon mehrfach am Xella Studentenwettbewerb teilgenommen. Wir schätzen den Rahmen in denen Symposien, wie das heutige stattfinden können und fördern im Gegenzug die Verlinkung zwischen Industrie und den Studierenden.

Die Aufgabenstellung ist für mich besonders reizvoll, denn München ist meine Heimat, ich habe hier studiert und deshalb einen besonderen Bezug zum Ort. Nichts desto trotz wird es für die Studierenden eine große Herausforderung das Thema Architektur und Ausstellung zu denken, denn es gibt die Ebene der konkreten Gebäude ebenso wie die der Medien, der Modelle und Pläne. Wie man diese übereinanderlegt, in einem konkreten und/oder imaginären Raum, wird spannend für alle Beteiligten!“

Thema BIM

„Um das Thema BIM ernsthaft in den Entwurfsprozess einzubeziehen braucht es viel Zeit – mehr als die Wettbewerbsauslobung zugesteht. Aber ich denke, in BIM liegt die Zukunft und man muss sich ausprobieren und aus Fehlern lernen, insofern werden wir unseren Beitrag auch in der Kategorie BIM Award abgeben....“

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Studentenstimmen

Zur Aufgabenstellung

„Eine Architektur für die Präsentation von Architektur zu entwerfen ist die Herausforderung, aber auch der Reiz an der Aufgabenstellung. Das Symposium war wichtig für die Annäherung an das Thema durch die verschiedenen Sichtweisen und Hintergründe, aber auch für die Inspiration aus den Vorträgen.“

Studierende der Technischen Universität Berlin
Fakultät VI Planen Bauen Umwelt, Institut für Architektur



„Wir sind im 6. Fachsemester und der Xella Studentenwettbewerb ist unser erster Wettbewerb, an dem wir teilnehmen. Sonst sind die Entwürfe an der Uni fiktiv, ohne Realitätsbezug – ein Museum für einen konkreten Ort zu entwerfen und dann zu sehen, wie weit man mit seinem Entwurf in der Konkurrenz der Hochschulen kommen wird, das reizt uns sehr.

Eine große Herausforderung wird die Umsetzung der funktionalen Ansprüche aus dem Raumprogramm und trotzdem architektonisch einen Meilenstein zu setzen. Beherbergt das Gebäude „nur“ die Ausstellung oder ist das Gebäude die eigentliche Ausstellung? Das sind Fragen, die uns beschäftigen...“

Studierende der Universität Kassel
Fachbereichs 06 ASL Architektur - Stadtplanung - Landschaftsplanung

 

„Wir gehen erst mal pragmatisch an die Aufgabenstellung heran; das Wettbewerbsthema ist auch das Thema unseres Bachelor-Entwurfs. Darüber hinaus ist es eine spannende Aufgabe, ein Forum für Architektur zu entwerfen, weil es unser ureigenes Thema ist.

Das ausgesuchte Bauareal erscheint in der Realität ganz anders als man es sich über Bilder und Pläne erarbeitet hat. Nicht nur die Größenverhältnisse wirken auf andere Weise, auch die Umgebungsbauten sind viel präsenter, haben eine andere Strahlkraft als vermutet. Deswegen wird es nun umso herausfordernder eine passende Antwort zu finden.“

Studierende der HafenCity Universität Hamburg
Entwerfen und Gebäudelehre

 

„Wie schafft man es Architektur mit Architektur zu repräsentieren? Die Fragestellung ist nicht einfach, aber zugleich spannend. Denn wir denken ja nicht nur ein Gebäude, sondern zusätzlich ein Forum für das Kunstareal, für München. Bislang haben wir uns dem Thema theoretisch genähert, nun kommt der Praxistest, über die bestehende Bebauung, die Lage zur Straße und den Freiräumen. Wir haben Spaß daran, die passende Lösung zu suchen...“

Studierende der Technischen Universität Braunschweig
Institut für Entwerfen und Gebäudelehre

 

„Der Reiz an der Aufgabe liegt im öffentlichen Charakter des Gebäudes. Warum? Es ist zugänglich für ein wechselndes, auch fachfremdes Publikum, das nur kurz Zeit hat, die Atmosphäre aufzusaugen und sich darauf einzulassen oder eben nicht. Architektur ist ein Mittel, Öffentlichkeit anzuziehen, Konzeptideen einfach zu visualisieren. Man muss die Architektur nutzen, um den Laien anzuregen und man muss sie nutzen, um Aufenthaltsqualität zu generieren, Interesse an Baukultur zu wecken. Das geht sonst nur mit Werbung....“

Studierende der Technischen Universität Dresden
Fakultät Architektur

 

„Der Ort ist einzigartig. Die größte Herausforderung ist die Aufgabenstellung an sich. Im Gegensatz zur Kunst, wo man das Kunstwerk in der Architektur betrachtet, ist Architektur 1:1 erlebbar – wie kann man diese Idee in einem sich verändernden Raum transportieren? Es ist per se ein Paradoxon Architektur ausstellen zu wollen.“

Studierende der Technischen Universität Dresden
Fakultät Architektur

 

„Architekturmuseen gibt es nicht so viele, meist sind es Galerien in denen Architektur präsentiert wird, denn die Museen haben andere Themen im Fokus. Dass hier ein ganzes Haus entstehen soll, um Architektur zu präsentieren ist sehr selten und macht den Reiz der Aufgabe aus. Ein Forum für Architektur im Kunstareal - was davon ist Ausstellung, Ausstellungsgebäude und was Architektur?“

Studierende der Peter Behrens School of Arts, Hochschule Düsseldorf
Fachbereiche Architektur und Design


Zum Thema BIM

„Entwurf und das digitale Gebäudemodell sind keine unvereinbaren Gegensätze. Natürlich denken und skizzieren wir per Hand, aber die Umsetzung geschieht gleich im 3D-Modell, das viele Informationen sammelt und verwertet. Deswegen werden wir neben dem regulären Entwurf auch am BIM Award teilnehmen.

Das Interesse für das Thema BIM kommt nicht aus dem Studium, sondern der Mitarbeit in einem Architekturbüro. Neue Techniken sind wichtig, Lehre und Praxis gehen hier noch nicht Hand in Hand. Andererseits ist es ebenso essentiell erst das Handwerkszeug zu lernen...“

Studierende der Technischen Universität Braunschweig
Institut für Entwerfen und Gebäudelehre

 

„Ich versuche für meine Entwürfe so lange es geht von BIM fern zu bleiben, um mich in meiner Kreativität nicht ausbremsen zu lassen.“

Studierende der Technischen Universität Dresden
Fakultät Architektur

 

„Ich komme gerade aus dem Praxissemester und habe im Architekturbüro bereits Erfahrungen mit BIM gesammelt. BIM wird die Zukunft sein, deswegen mache ich beim BIM Award mit.“

Studierende der Technischen Universität Dresden
Fakultät Architektur

 

„Das Thema BIM interessiert uns, auch wenn man im Studium und den Büros in denen man schon gearbeitet hat überhaupt nicht vorbereitet wird. Gefühlt hat es sich noch nicht durchgesetzt...“

Studierende der Peter Behrens School of Arts, Hochschule Düsseldorf
Fachbereiche Architektur und Design