12. Juli 2010

7. Xella Studentenwettbewerb Bundespreisverleihung in Berlin

Jury vergibt zweimal den ersten Preis für Krönung aller Architekturaufgaben
Für ihren Diplomentwurf eines Erweiterungsbaus des Bode-Museums in Berlin erhielten Martin Pasztori und Johann Simons, Diplomanden der Bauhaus-Universität Weimar, beim 7. Xella Studentenwettbewerb den ersten Preis. Der zweimal vergebene 1. Preis ging zudem an Christoph Richter von der Technischen Universität  Dresden für seine herausragende Idee. Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben. Den dritten Preis teilen sich Sebastian Laub von der Technischen Universität München und das Viererteam Thomas Back, Florian Hennig, Felix Koch und Eric Zapel der Universität der Künste Berlin. Mit drei Ankäufen und drei Anerkennungen wurden weitere Studierende ausgezeichnet. Die Preisträger des Bundeswettbewerbs wurden jetzt in den Uferstudios in Berlin ausgezeichnet.

Bei der feierlichen Preisverleihung hat Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister, die Preisträger des siebten, mit insgesamt 30.000 Euro dotierten Xella Studentenwettbewerbs in Berlin gewürdigt. Der Staatssekretär wies dabei auf die Bedeutung des Xella Studentenwettbewerbs hin: "Wettbewerbe sind eine einzigartige Ideenschmiede und ein Sprungbrett für junge Talente. Angehende Architekten und Bauingenieure können mit praxisnahen Aufgaben auf die Herausforderungen des späteren Berufslebens vorbereitet werden. Wettbewerbe sind ein wichtiger Teil der deutschen Baukultur, den wir gern unterstützen und fördern. Ich freue mich, dass sich Unternehmen wie Xella für die Baukultur engagieren. Die Wettbewerbsbeiträge zeigen, welch kreatives Potenzial in den Hochschulen liegt. Ich gratuliere den Preisträgern zu ihrem großen Erfolg."

Der Parlamentarische Staatsekretär überzeugte sich dabei persönlich von der Qualität der Arbeiten und gratulierte den Studenten zu ihren Leistungen. In den nächsten Jahren sollen die am Kulturforum befindliche Sammlung der Alten Meister und die im Bode Museum ausgestellte Skulpturensammlung an einem Ort zusammengeführt werden. Aufgrund dessen war der Entwurf eines „neuen Museums für die Alten Meister“ in Berlin Aufgabe des diesjährigen Wettbewerbs. Das geplante Gebäude sollte dabei vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten und den unterschiedlichen Anforderungen an ein Museum als Ausstellungsort und Event-Location gerecht werden. Gemeinsam mit den Staatlichen Museen Berlin konnte die Wettbewerbsaufgabe so konkret und realistisch wie möglich formuliert werden. Als Wettbewerbsgrundstück wurde mit einem Gelände, das vom Bode-Museum nur durch den Spreekanal „Am Kupfergraben“ getrennt ist, ein prominenter Ort ausgesucht, der sich durch eine hohe Dichte von Bauten für Kultur und Wissenschaft in der Umgebung auszeichnet. So befinden sich in unmittelbarer Nähe außer den Gebäuden der Museumsinsel auch das Deutsche Historische Museum sowie die Humboldt Universität und deren Universitätsbibliothek.
 
In diesem Umfeld stellte die Wettbewerbsaufgabe „Ein neues Museum für die Alten Meister“ eine besondere konzeptionelle und entwurfliche Herausforderung für die Studenten dar, bot aber gleichzeitig die Chance, neue Wege zu beschreiten und der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Der jährlich durchgeführte Ideenwettbewerb von Xella ist für die Teilnehmer eine willkommene Gelegenheit, ihr Können unter realen Wettbewerbs­bedingungen zu messen. Mehr als 900 Studenten von insgesamt 56 Hochschulen nahmen am 7. Xella Studentenwettbewerb teil. Davon wurden 314 Studenten mit 198 Arbeiten zur Bewertung zugelassen. Trotz der anspruchsvollen Aufgabe eine Rekordbeteilung.

Das Thema Museumsbau zählt  zu den spannendsten und vielseitigsten Aufgaben in der Architektur und stellt gleichzeitig die höchsten Anforderungen an Architekten und Planer – ist sozusagen die Krönung aller Architekturaufgaben. Die prominent besetzte Jury hatte in diesem Jahr von ihrem Recht Gebrauch gemacht, eine andere Verteilung der Preise vorzunehmen als vom Auslober Xella vorgesehen. So vergab das Preisgericht nach intensiver Prüfung zweimal den ersten Preis an zwei Arbeiten. Ein zweiter Preis entfiel, die Jury zeichnete zwei weitere Arbeiten mit dem dritten Preis aus. Weitere sechs Arbeiten wurden mit drei Ankäufen und drei Anerkennungen berücksichtigt.
 
Die ersten Preise gingen an Martin Pasztori und Johann Simons von der Bauhaus-Universität Weimar. Die Diplomanden sehen in dem Neubau ausdrücklich keinen Erweiterungsbau, sondern inszenieren die Aufgabe selbstbewusst zu einem spannungsvollen Gegenüber von Alt und Neu. Der Baukörper besticht durch die spröde, formale Eigenwilligkeit. Das Gesamtkonzept des Museumsneubaus mit der klaren Gliederung der Ausstellungsräume funktioniert sehr gut. Der Entwurf von Martin Pasztori und Johann Simons wurde im Rahmen ihrer Diplomarbeit bei Prof. Michael Loudon, Professur Entwerfen und Baukonstruktion, betreut.
 
Der zweite vergebene erste Preis ging zudem an Christoph Richter von der Technischen Universität Dresden. Der Diplomand wählte als Konzept das Passepartout-Prinzip, indem er drei funktional unterschiedliche Geschosse auf einem gemeinsamen Sockel stapelt und gekonnt durch ein räumliches Stahlfachwerk überdacht. Das klare Volumen des Gebäudes wird in das städtebauliche Umfeld einbezogen. Großflächige Verglasungen erlauben den visuellen Kontakt zwischen Innenraum und Stadtumfeld, wodurch das Innenleben des Museums nach außen gezeigt wird und die Stadt in die Innenräume einbezogen wird. Betreut wurde Christoph Richter von Professor Carsten Lorenzen.
 
Den dritten Preis sicherte sich einmal Sebastian Laub von der Technischen Universität München, betreut durch Universitätsprofessor Dietrich Fink. Der massive Block des Entwurfs passt sich gut an die Umgebungsbebauung an und tritt nicht in Konkurrenz zu den Solitärbauten der anderen Museen. Der zweite vergebene dritte Preis ging zudem an das Viererteam Thomas Back, Florian Hennig, Felix Koch und Eric Zapel von der UdK Berlin mit ihrem introvertierten, geschlossenen und selbstbewusstem Ansatz. Betreut hat die Arbeit Professor Adolf Krischanitz.
 
Mit Ankäufen wurden drei weitere Arbeiten für ihre in einzelnen Details heraus­ragenden Ideen und Umsetzungen ausgezeichnet. Erfolgreich waren wiederum ein Team der Fakultät Architektur der Bauhaus-Universität Weimar. Dominik Ganghofer und Martin Schmitt wurden für ihren Museumsentwurf mit einem Ankauf gewürdigt. Weiter qualifizierten sich Fee Budde von der HS Bochum und das Team Henry Fenzlein und Franco Bastian von der HTWK Leipzig.
 
Anerkennungen erhielten drei Studenten der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Das Zweierteam Julian Fahrenkamp und Sebastian Inhofer sowie Christian Pälmke, jeweils betreut von Professor Nicoals Fritz. Janna Witt und Claudia Herrmann von der Bauhaus-Universität Weimar erhielten ebenfalls eine lobende Anerkennung der Jury für ihre Arbeit.
 
Der renommierte Xella Wettbewerb richtet sich an Studierende der Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen. Paul Dimitz, Projektleiter des Xella Studentenwettbewerbs ist jedoch von der Arbeitsweise der Studenten begeistert: „Mit der diesjährigen Architekturaufgabe haben wir den interdisziplinären Austausch an den Hochschulen gefördert. Über den eigenen disziplinären Tellerrand zu schauen und Wissen aus fremden Fachgebieten teamorientiert zu integrieren waren dabei die Herausforderungen. In vielen Arbeitskreisen diskutierten sowohl Kulturhistoriker, Museumskuratoren sowie angehende Bauingenieure und Architekten, um gemeinsam die beste Lösung für die Architekturaufgabe zu finden.“
 
In seiner jetzigen Form wird der Xella Studentenwettbewerb bereits seit 25 Jahren ausgelobt, sieben Jahre davon unter dem Dach der Duisburger Xella-Gruppe. Erstmalig fand der bundesweite Wettbewerb in diesem Jahr einstufig und ohne Regionalentscheid statt. Stattdessen wurden die Universitäten und Hochschulen in diesem Jahr gebeten, in einem hochschulinternen Verfahren zunächst die fünf besten Arbeiten auszuwählen. Diese wurden dann Mitte März für den bundesweiten Wettbewerb eingereicht. Die schiere Menge sowie die qualitative Bandbreite der Einreichungen stellte die unabhängige Jury bestehend aus Profes­soren, Architekten und Ingenieuren sowie einem Repräsentanten von Xella Deutschland vor eine schwierige Aufgabe. Die Vergabe der zweimal ersten Preise sowie zweimal dritten Preise ist der Tatsache geschuldet, dass Erweiterungsbauten für das Bode Museum - wie in der Ausschreibung gefordert - sowie vielfach eingereichte Neubauten bewertet wurden.
 
Für Markus Blum, Geschäftsführer bei Xella Deutschland, ist der Wettbewerb ein bedeutender Beitrag für den Architektennachwuchs: „Es ist wichtig für junge Studenten, möglichst früh individuelle Fähigkeiten und ein persönliches Profil zu entwickeln, praktische Erfahrungen zu sammeln, sich von der breiten Masse der Studenten abzuheben und sich durch viel Engagement, Kreativität und Leistungsbereitschaft - auch außerhalb des Unigeländes - den Weg hin zu einem gut ausgebildeten Architekten zu ebnen.“ Traditionell greift der Wettbewerb Themen der aktuellen Architekturströmungen auf und schlägt so über konkrete Entwurfsaufgaben eine Brücke von der Lehre zur Praxis. Um für den Ideenwettbewerb einen realen, einheitlichen und vergleichbaren Ausgangspunkt zu schaffen, wird ein reales Grundstück, meist mit bestehendem Masterplan, vorgegeben. Angehende Architekten und Bauingenieure haben so die Möglichkeit, sich mit anspruchsvollen und praxisnahen Aufgaben den Herausforderungen des späteren Berufslebens zu stellen und ihre Fähigkeiten unter realen Bedingungen zu messen und darzustellen.
 
Der Auslober des Wettbewerbes, die Duisburger Xella Deutschland GmbH, ist mit Produktmarken wie Ytong Porenbeton, Silka Kalksandstein und der Ytong Multipor Mineraldämmplatte einer der führenden Baustoffhersteller. Das Angebot umfasst eine komplette Produktpalette für das Bauen mit integrierter Wärmedämmung bei optimaler Statik, sicherem Brandschutz und hohem Schallschutz. Im Vordergrund stehen dabei EnEV-gerechte Lösungen für Gebäudehüllen von