Ein Wohnhaus als Kraftwerk

Netto-Plusenergiegebäude – Lösungsansatz zur Energiewende

In der Nähe von Stuttgart steht ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt, als seine Bewohner verbrauchen. Möglich macht dies das ausgeklügelte Zusammenwirken innovativer Technik und neuer Materialien. Mit dabei ist Fermacell greenline.

Kein Ärger mehr über steigende Strompreise, kein Zusammenzucken, wenn in den Medien die nächste Erhöhung der Energiekosten angekündigt wird – ein Wohnhaus, das seine Bewohner mit Energie versorgt, klingt wie ein unerreichbarer Traum. Doch weit gefehlt, erste Häuser dieser Art gibt es bereits. In Leonberg bei Stuttgart steht zum Beispiel ein Netto-Plusenergiegebäude, das viele Ansätze für Antworten auf drängende Zukunftsfragen bietet.

Abstimmung zahlreicher Komponenten

Entworfen hat das zweigeschossige Einfamilienhaus mit rund 260 Quadratmetern Wohnfläche der oberpfälzische Architekt Johannes Berschneider in enger Abstimmung mit dem Bauherrn Dr.-Ing. M. Norbert Fisch, der als Professor am Institut für Gebäude- und Solartechnik der TU Braunschweig und Energiedesigner sein berufliches Fachwissen in die Planung einbrachte. Denn eine leistungsfähige Photovoltaik-Anlage auf dem Dach reicht auch in Kombination mit durchdachter Architektur und einer gut gedämmten Gebäudehülle alleine nicht aus, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen: eine jährliche Energieerzeugung, die größer ist als der Gesamtbedarf für Raumheizung, Warmwasser, Beleuchtung, Lüftung, Informations-und Kommunikationstechnik sowie Haushaltsgeräte.

„Ein Gebäude, das letztlich als kleines Kraftwerk funktioniert – das ist hier realisiert, und das ist eine der Lösungen für die Zukunft“, fasst Fisch zusammen.

Der Schlüssel liegt in der genauen Abstimmung zwischen Gebäudetechnik und Baustoffen. Ob Wärmepumpe, Erdreichwärmetauscher, Lüftungsanlage oder Batteriespeicher – viele Komponenten leisten ihren Beitrag zum Erfolg des Projekts. Ein intelligentes Stromlastmanagement hilft dabei, einen möglichst hohen Anteil des solar erzeugten Stroms nicht einfach ins öffentliche Netz einzuspeisen, sondern zum Zeitpunkt seiner Entstehung im Haus selbst zu nutzen, in Batterien zu speichern oder die E-Fahrzeuge zu „betanken“. Überschüssige Energie wird nämlich zunächst dazu verwendet, die zum Haus gehörenden Fahrzeuge, ein Elektro-Auto und einen Elektro-Roller, aufzuladen, was das Gesamtkonzept durch die Erweiterung in Richtung E-Mobilität sogar noch zukunftsweisender macht.

Mit Fermacell den Wohnkomfort steigern

Entsprechend dem Ziel, mit dem Gebäude zu demonstrieren,was heute bereits möglich ist, entspricht die Ausstattung in jeder Hinsicht dem neusten Stand der Forschung.

Im Bereich der Gebäudetechnik entwarf Professor Dr. Fisch Lösungen mit Produkten des Marktführers Rehau, beim kompletten Trockenbau setzte er auf Fermacell.

„Er hat Kontakt zu uns aufgenommen und Interesse an unseren Gipsfaser-Platten signalisiert“, sagt Alexander Kerschbaum, Gebietsleiter Verkaufsbüro Süd. „Da die hohen Ansprüche an das Haus auch die Wohngesundheit betreffen, hat er sich für Platten in der greenline-Ausführung entschieden.“ Die Betreuung des Baus in bauphysikalischen Fragen übernahm Fermacells technischer Berater Dirk Lindner. Seit gut einem Jahr wird das Haus nun von der Tochter des Bauherrn bewohnt. Die Nutzung wird wissenschaftlich begleitet, damit die Erfahrungen in die weitere Forschung einfließen können. Nach ersten Berechnungen liegt der jährliche Strombedarf bei rund 10.000 kWh/a, dem eine Stromerzeugung von 14.000 bis 14.500 kWh/a gegenübersteht.

Ein Erfolg, der laut Norbert Fisch nicht durch Abstriche beim Wohnkomfort erkauft wird: „Es kann nicht darum gehen, Gebäude zu bauen, in denen sich die Nutzer nur noch nach der Technik richten. In diesem Haus hilft die Technik den Nutzern, den Komfort im Haus zu verbessern.“

fermacell.de