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27. April 2012

Weltneuheit ecoloop erzeugt Gas ohne schädliche Emissionen

Ein neues Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus flexiblen Einsatzstoffen – von Biomassen bis hin zu chlorhaltigen Altkunststoffen – ermöglicht energieintensiven Industrieunternehmen, den Einsatz fossiler Brennstoffe wesentlich zu verringern. Die Energiekosten können um bis zu 50 Prozent gesenkt und die CO2-Bilanz nachhaltig verbessert werden. Die von einer Tochtergesellschaft der Duisburger Xella Gruppe entwickelte bahnbrechende umweltschonende Technologie ecoloop wurde kürzlich in Berlin mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt prämiert. Im Juni ist ecoloop auf der Woche der Umwelt des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue vertreten.
In einem mehrjährigen Entwicklungsprozess, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird, ist es gelungen, eine neue hocheffiziente und emissionsfreie Vergasungstechnik im Industriemaßstab zu entwickeln. „ecoloop“-Anlagen verbinden in verschiedenen Industrien bewährte großtechnische Verfahren zu einer neuartigen Technologie. Kernpunkt ist die Erzeugung eines reinen Gases durch Synthese bzw. thermische Spaltung in einem geschlossenen Schüttgutkreislauf unter Zugabe von Kalk.
 
Der Clou: Das Gas kann sowohl aus Biomassen als auch aus schwer handhabbaren Kohlenstoffträgern (z.B. chlorhaltigen Kunststoffabfällen) gewonnen werden – ganz ohne die Emission von CO2 oder die Bildung giftiger organischer Schadstoffe wie zum Beispiel Dioxine und Furane. Auch Rauchgase, die eine aufwendige Reinigung erfordern würden, entstehen nicht. Das ecoloop-Gas ist ein Gemisch aus Methan, Wasserstoff und Kohlenmonoxid und kann sowohl als vollwertiger Ersatz für fossile Brennstoffe (Kohle, Öl oder Gas) in industriellen Prozessen dienen als auch als Produktionsrohstoff, zum Beispiel für die Herstellung von Treib- und Kunststoffen.
 
Rentable Investition
Die erste großtechnische 32-MW-Pilotanlage wird zurzeit im Kalkwerk Kaltes Tal der Xella Tochter Fels-Werke im Oberharz in Betrieb genommen. Dort soll die Produktion im Laufe dieses Jahres beginnen und das gewonnene Synthesegas als Regelbrennstoff für die Kalkproduktion genutzt werden. Die bisherigen Brennstoffe (z.B. Erdgas) werden dann durch das kostengünstig produzierte ecoloop-Gas ersetzt.
 
Xella denkt bereits weiter: „Die Technologie lässt sich nahezu uneingeschränkt und weltweit auf andere industrielle Anwendungen übertragen. Sie ermöglicht eine standortunabhängige Energieversorgung und wird einen Beitrag zur Schonung unserer natürlichen Ressourcen leisten", erklärt Jan Buck-Emden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Xella Gruppe. Einen weiteren Vorteil sieht er darin, dass sich die Investition schon nach wenigen Jahren amortisiert und hoch rentabel ist.
 
Ecoloop-Gas deutlich günstiger als fossile Brennstoffe
„Wir rechnen damit, dass Kunden die Energiekosten in Abhängigkeit von den Randbedingungen um bis zu 50 Prozent senken und darüber hinaus ihre CO2-Bilanz wesentlich verbessern können“, sagt Roland Möller, Miterfinder der Technologie und zugleich Mitglied der Geschäftsführung von ecoloop. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von der Volatilität der Energiepreise reduziert.
 
Nach Einschätzung von Xella und unabhängiger Experten ist das Marktpotenzial groß. Anfragen für konkrete Projekte liegen bereits aus verschiedenen großindustriellen Branchen sowie aus der internationalen Recycling-Szene vor. Zielmärkte zeichnen sich bei der Stahlerzeugung, im Automobilbau, in der Chemie und der Kunststoffherstellung ab, aber auch in Sektoren wie Papier, Glas, Salz, Zucker, und Zement sowie in der Recyclingindustrie. Für die internationale Vermarktung wurde die ecoloop GmbH gegründet.
 
Effizientere Abfallverwertung und neue Recyclinglösungen
Die Vorteile der ecoloop-Technologie gehen über die Nutzung des kostengünstig gewonnenen Gases als Alternative zu langfristig immer teurer werdenden fossilen Brennstoffen, die damit verbundene CO2-Optimierung sowie den Gaseinsatz als Produktionsrohstoff weit hinaus: Sie bietet die Möglichkeit, die klassische thermische Abfallverwertung wesentlich effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten und öffnet außerdem den Weg zu völlig neuen Recyclinglösungen. So lassen sich je nach eingesetzten Inputstoffen über die Bindung an den eingesetzten Kalk auch wichtige Rohstoffe wie zum Beispiel Seltene Erden zurückgewinnen.
 
Momentan laufen die Vorbereitungen für eine gezielte Technologie-Vermarktung. „Bei nachhaltigem technischem und wirtschaftlichem Erfolg könnte sich aus ecoloop langfristig ein neues Geschäftsfeld für die Xella Gruppe entwickeln“, wagt Buck-Emden den Blick in die Zukunft. „Insgesamt leistet ecoloop einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Klima- und Ressourcenschutz im Industriesektor.
 
Hohe Auszeichnung durch Jury unter Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer
Dies ist auch der Grund für die Auszeichnung mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Bundesverband der Deutschen Industrie zeichneten im Januar 2012 zum dritten Mal gemeinsam Innovationen im Bereich Klima- und Umweltschutz aus, die neue Wege beschreiten und Wirkung zeigen. Aus einer großen Zahl von Bewerbern wählte die hochrangig besetzte Jury unter Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer die in Goslar ansässige Xella Tochter Fels-Werke als Preisträger in der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“ aus. Die wissenschaftliche Bewertung erfolgte durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe.
Unter www.ecoloop.eukönnen detaillierte Informationen über die ecoloop-Technologie abgerufen werden.


Ansprechpartner für die Presse
Ernst Arelmann - Head of International Marketing & Corporate Communications
Tel.: +49 203 60880-5500, E-Mail: Ernst.Arelmann@xella.com

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Ecoloop-Pilotanlage
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Artikel im MD Innenarchitektur Magazin

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In der Dezember Ausgabe 2012 des MD Magazins ist ein Artikel über das Gebäude der Xella Hauptverwaltung erschienen.

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