Ein Wohnhaus als Kraftwerk
Bauliche Sicherheit bei Feuer und Explosion
Für den vorbeugenden baulichen Brandschutz eignet sich insbesondere der Baustoff Porenbeton, der nach der deutschen Brandschutznorm DIN 4102 als nichtbrennbar eingestuft ist. Porenbeton ist in großformatigen Montagebauteilen erhältlich. Sie kombinieren schnellen und wirtschaftlichen Baufortschritt mit zuverlässiger Brandsicherheit und bieten sich daher insbesondere für den Bau von Speditions-, Lager- und Distributionshallen an. In Bauteilen aus Porenbeton bilden sich selbst bei großer Hitze keine Risse oder Spalten, durch die Rauch oder Gas in benachbarte, nicht vom Feuer betroffene Räume dringen könnte. Praxisversuche haben außerdem gezeigt, dass Wände aus diesem Baustoff sogar den Temperaturunterschied zwischen den zwei Seiten einer Wand dämpfen. Es geht so wenig Wärme durch Porenbeton hindurch, dass selbst nach einem mehrstündigen Brand auf der dem Brand abgewandten Seite Temperaturen von 60° C kaum überschritten werden. Menschen und Waren, die sich auf dieser Seite befinden, sind also vor der Hitze des Feuers geschützt.
Extrem hohe Anforderungen stellen die Sachversicherer an den vorbeugenden baulichen Brandschutz. Sie verlangen zur Eingrenzung des Risikos den Einsatz von Komplextrennwänden, die zum einen aus nichtbrennbaren Materialien bestehen und zum anderen erhöhten mechanischen Belastungen widerstehen müssen. Komplextrennwände aus Porenbeton-Montagebauteilen bewähren sich schon seit Jahrzehnten in der Praxis. Erst kürzlich aber zeigte eine Prüfung bei der Materialprüfanstalt für das Bauwesen beim Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der TU Braunschweig (MPA Braunschweig), wie sicher die Wände tatsächlich sind. Eine Wandkonstruktion aus Porenbeton hat hierbei nicht nur den höheren Belastungen für Komplextrennwände widerstanden. Nach sechs Stunden wurde der Versuch beendet, denn die Wand hat der einseitigen Brandbeanspruchung ohne Beeinträchtigung standgehalten.
Brände können sich über das Dach ausbreiten
Da sich ein Feuer durch Abtropfen und Abfallen brennender Bauteile ausbreiten kann, spielt das Dach für vorbeugenden Brandsicherheit eine wesentliche Rolle. Hinzu kommt, dass die Flammen über das Dach auf benachbarte Gebäudeteile oder Häuser übergreifen können. Verhindern lässt sich dieses Risiko, wenn man nicht nur für die Wände, sondern auch für das Dach den nichtbrennbaren Baustoff Porenbeton einsetzt.
Extrem hohes Gefahrenpotenzial bergen Gasflaschen, Feuerzeuge, Spraydosen oder Lackfarben, denn sie können explodieren und damit die Tragkonstruktion eines Gebäudes erheblich gefährden. Eine Untersuchung des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie der Universität Karlsruhe (TH) zeigte, dass sich eine Porenbetonhalle bei einer Explosion wesentlich günstiger als eine Stahltrapezprofilhalle verhält. Das liegt daran, dass Montagebauteile aus Porenbeton durch ihr größeres Gewicht in der Lage sind, kurzzeitig mehr Energie aufzunehmen und abzuleiten.
Hebel-Montagebauteile bieten daher die Möglichkeit, Brandsicherheit mit dem Schutz bei Explosionen zu kombinieren. Möglich ist dies, wenn die gesamte Gebäudehülle, also Dach und Wände, aus Porenbeton besteht. Zum vorbeugenden Schutz bei Explosionen wird das Dach mit Oberlichtern ausgestattet, die als Entlastungsluken fungieren. Bei einer Explosion erfolgt die Druckentlastung über diese Luken. Herumfliegende Teile jedoch werden von den Dachplatten abgefangen und der Brand wird durch die Wände und Decken aus Porenbeton eingedämmt.
Sicherheit auch bei außerhalb liegenden Brandherden
Doch Brände und Explosionen ereignen sich nicht nur innerhalb eines Gebäudes. Die Versicherungen schätzen, dass knapp ein Drittel aller Gebäudebrände durch außerhalb des Bauwerks liegende Brandherde verursacht wird. Hebel-Montagebauteile sorgen in so einem Fall zuverlässig dafür, dass draußen stattfindende Brände oder Explosionen im Außenbereich bleiben. Menschen und Güter, die sich in einem aus Porenbeton errichteten Gebäude befinden, sind damit auch in so einer Situation auf der sicheren Seite.
Bauliche Sicherheit spielt aber nicht nur beim Schutz für Menschen und Güter eine wesentliche Rolle, sondern auch für die Existenz eines Unternehmens. Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass 43 Prozent aller von einem Großbrand geschädigten Firmen direkt nach dem Brand in Konkurs gehen. Nach drei Jahren sind sogar mehr als 70 Prozent der Firmen vom Markt verschwunden. Da man einen Brand und eine Explosion aber grundsätzlich nie ausschließen kann, müssen nicht direkt betroffene Gebäudeabschnitte und dort gelagerte Güter effizient vor Feuer, Rauch, Gas und Hitze geschützt werden. Nur so kann sicher gestellt werden, dass das Gebäude nach einem Brand - zumindest teilweise - funktionsfähig bleibt.
Porenbeton hat in der Vergangenheit immer wieder seine Standfestigkeit bei Bränden und Explosionen bewiesen. In einem Fall bot eine Wand aus diesem Baustoff der Feuerwehr sogar die Plattform für die Löscharbeiten. In einem anderen Fall brannte eine Lackfabrik nach mehreren Explosionen bis auf die Grundmauern nieder. Vollkommen unversehrt bleiben lediglich das Gefahrgutlager und die Wände des Verwaltungsgebäudes. Beide bestanden aus Porenbeton.

