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Xella

Aktuelles

Stellungnahme zu aktuellen Medienberichten über schadhafte Häuser

Duisburg, 30. November 2011

Wie bekannt sind im Zeitraum zwischen Ende 1987 und Anfang 1996 bei der Haniel Baustoffwerke GmbH (heute Xella Deutschland GmbH) in drei Werken Kalksandsteine unter Verwendung eines Kalksubstitutes aus Rauchgasentschwefelungsanlagen hergestellt worden, an denen Risse oder Verformungen entstehen können, wenn diese Steine permanenter Durchfeuchtung ausgesetzt sind.

Eine Presseinformation zu diesem Thema steht seit dem 9. Juli 2008 auf der Internetseite xella.com.


Berichterstattung in den Medien
Über diesen Sachverhalt ist seit 2007 wiederholt bundesweit in den Medien (TV, Radio, Print, online) ausführlich und zumeist sehr kritisch berichtet worden vgl. z. B: WAZ/NRZ vom 13.,14.,15.5.2007, Capital 15.5.2007, Rheinische Post 16.5.2007, Stern 10.7.2008, Süddeutsche Zeitung, Hannoversche Allgemeine, Frankfurter Neue Presse u.a. am 10.7.2008, baustoffmarkt-online 11.7.2008, Handelsblatt 11./12./13. Juli 2008). In der WAZ/NRZ vom 28.11.2011 wird dieser Sachverhalt unter Überschriften wie „Steinfraß bedroht Häuser“ und „Haniel drohen Milliardenkosten“ erneut aufgegriffen.

Im Folgenden fasst Xella die wesentlichen Fakten zusammen und bezieht zu einzelnen Vorwürfen Stellung.

Keine Gefahr für Hausbewohner
Unabhängige Gutachten bestätigen, dass keinerlei Gefahr für die Hausbewohner besteht. Bei allen Fällen bestand zu keiner Zeit die Gefahr eines zum Einsturz des Gebäudes führenden Tragfähigkeitsverlustes der Steine.

Anzahl betroffener Objekte
Was die Anzahl der tatsächlich betroffenen Gebäude angeht, ist nicht nachzuvollziehen, ob in einem Gebäude ausschließlich Kalksandsteine mit Kalksubstitut zum Einsatz gekommen sind oder nur in bestimmten Teilen einer Hauswand, in Garagen, oder in sonstigen Gebäudeteilen. Fakt ist, dass bis heute 382 Häuser bekannt sind, die von den schadhaften Kalksandsteinen betroffen sind. Die in den Medien genannten Zahlen möglicherweise betroffener Häuser sind rein spekulativ und deutlich zu hoch gegriffen. Von den 382 Häusern wurden bisher 160 saniert, bei anderen Häusern wurde die Zusage einer Sanierung ausgesprochen. Bei der Mehrzahl der betroffenen Häuser handelt es sich um Reihenhäuser oder Doppelhaushälften in Duisburg und am Niederrhein.

Regionale Verbreitung
Der Lieferradius eines Kalksandsteinwerkes beträgt in der Regel maximal ca.  200 Km, da ein Transport der Steine über größere Entfernungen unwirtschaftlich ist. Eine Angabe über den Verbleib des Produktes ist sowohl für Bauunternehmer als auch für Baustoffproduzenten schwierig, teils unmöglich. Ursache dafür ist der Vertriebsweg über Baustoffhändler, die das Material an Bauträger, Bauunternehmer und Bauherren liefern. Hinzu kommt, dass die damals ausgestellten Lieferscheine und Rechnungen nicht mehr vorliegen, zumal die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen abgelaufen sind.

Kaum Resonanz auf Medienberichterstattung
Nach der erneuten Berichterstattung in der WAZ/NRZ und anderen Medien am 28. und 30.11.2011 haben sich bei Xella 15 Hausbesitzer mit der Bitte gemeldet, ihre Häuser zu untersuchen. Xella wird dieser Bitte entsprechen.

Sanierung
Xella hat bei allen berechtigten Anfragen stets unbürokratisch und kulant gehandelt. Häuser, für die die Zusage einer Sanierung ausgesprochen wurde, sind von einem etwaigen Verfall dieser Ansprüche zum 31.12.2011 nicht betroffen. Die Frage nach Schadensersatzansprüchen einschließlich eines etwaigen merkantilen Minderwertes ist gerichtlich anhängig. Eine weitere Stellungnahme ist daher nicht möglich.

Xella ist derzeit kein Fall bekannt, in der die Sanierung oder der Kauf eines Hauses im Vorfeld von einer Stillschweigeverpflichtung abhängig gemacht wurde. Richtig ist, dass zwischen den Parteien - durchaus auch auf Wunsch beider Seiten - über die Höhe von Sanierungsaufwendungen oder im Falle des Ankaufs eines Hauses Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet wurden.

Haftung
Medien wie das Handelsblatt haben schon im Juli 2008 berichtet, dass das wirtschaftliche Haftungsrisiko für diese Schäden bei Haniel und nicht bei Xella liegt. Der Aufwand für die Sanierung und den Ankauf betroffener Häuser betrug bisher 28 Mio. €. Die Sanierung erfolgte immer ohne Anerkennung einer Rechtspflicht auf Kulanzbasis. Da Haniel für die wirtschaftlichen Folgen der schadhaften Häuser verantwortlich zeichnet, sind im Konzernabschluss von Haniel diesbezügliche Rückstellungen gebildet. (Vgl. S. 94/95 des Haniel Geschäftsberichts 2010).

Die Freistellung von Xella für den möglichen finanziellen Aufwand zur Beseitigung an schadhaften Häusern aus Kalksandsteinen, die unter Einsatz des Kalksubstitutes hergestellt wurden, ist Bestandteil des Vertrages über den Verkauf von Xella durch Haniel im Juli 2008.

Strafanzeige
Über angebliche Strafanzeigen gegen Xella hat das Unternehmen bisher ausschließlich aus den Medien erfahren. Xella wird bei den zuständigen Staatsanwaltschaften Akteneinsicht beantragen, um Näheres zu erfahren.

Fragen in diesem Zusammenhang können per E-Mail an Xella unter folgender Adresse gerichtet werden: kommunikation@xella.com.

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